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Almanach christlicher Grundworte - Zweifel

Zweifel

Muss man nur an gerunzelte Stirnen denken, wenn man Skepsis und Zweifel hat. Denn für Zweifel, gerade in Glaubensdingen, gibt es gute Gründe, die wir nicht schlecht machen wollen. Zum Beispiel die religiöse Frage, warum ein guter Gott das Böse, das uns widerfährt, zulässt oder nicht verhindert? Da muss man doch an der Güte dieses Gottes zweifeln!

Vielleicht ist es eher so, dass gerade auch die Zweifelnden in einem tieferen Sinn glauben und sich ihres Glaubens vergewissern wollen, mehr und anders als diejenigen, der sich ihres Glaubens unmittelbar gewiss sind. Durch den Zweifel jedenfalls verliert christlicher Glaube seine Naivität. Er kann reflektierter, fundierter und offener werden für Kritik und Infragestellung. Man kann also sagen:

Gerade Zweifelnde sind auf ihre Art unterwegs zum Glauben, sofern sie sich nicht in sein eigenes Zweifeln neurotisch verlieben oder in der Infragestellung all dessen, was andere glauben, ihre Macht spielen lassen wollen. Viele prinzipielle Skeptiker und Kritiker oder Gleichgültige ( Agnostiker) kennen dieses Machtgefühl gegenüber den Glaubenden. Die moderne Kultur der hochdotierten 'Bedenkenträger' und Berufszweifler setzt diese Tradition des verselbständigten Zweifels fort.

Aber der Glaubende, der in seinem Glauben Zweifel hat, muss ihn nicht derart

verselbständigt missverstehen. Vielmehr kann er ihn - gerade mit Hilfe anderer - positiv einsetzen zur Vertiefung dessen, was er glaubt. Mit dem Theologen Paul Tillich gesprochen: „Wer von Zweifel und Sinnlosigkeit überwältig ist, kann sich nicht von ihnen befreien; er verlangt nach einer Antwort, die innerhalb dieser Situation gültig ist und nicht außerhalb liegt".

Anders gesagt: Gerade in der Erfahrung von Sinnlosigkeit, in der radikalsten Form der Frage nach Gott (Anklage, Klage, Fluch), kann die Antwort zugleich mit enthalten sein: „ Wenn man nicht versucht, dieser Frage auszuweichen,", so noch einmal der Theologe, „ gibt es nur eine Antwort, nämlich die, dass der Mut, der Verzweiflung standzuhalten, selber Glaube ist und Mut zum Sein gleichsam an seiner äußersten Grenze ausdrückt. In dieser Situation ist der Sinn des Lebens auf den Zweifel an dem Sinn des Lebens reduziert. Aber da dieser Zweifel selbst ein Akt des Lebens ist, ist er etwas Positives, trotz seines negativen Inhalts". Ja, so vertrackt und tröstlich zugleich ist es mit dem Zweifel.

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