Hoffnung
Überschrift in der FAZ (21.2.2009): Nach Rüttgers-Visite. Hoffnung für Opel - aber Skepsis bleibt. Hier halten sich hoffen und abwarten (Skepsis) die Waage. Aber "hoffen" steht hier die Einstellung, dass sich etwas zum Guten wenden wird. Opel bleibt bestehen. Man stellt sich vor, die Situation meistern zu können.
Aber, wie der Volksmund auch sagt: Hoffen und Harren hält manchen zum Narren. Gleichwohl weiß der auch, dass die Hoffnung zuletzt stirbt: Hoffnung als "Mutter unserer Sehnsüchte. Sie ist mal vermessen und mal begründet, mal nüchtern und mal banal. Sie reicht von "zuversichtlicher Erwartung bis zu unbeirrbarem Ausharren. Heiterkeit, Geduld und Zuverlässigkeit sind ihre Gefährtinnen". (Hans Albrecht Pflästerer im Auftrag der EKD). Mit der Hoffnung komme Zukunft in die Gegenwart. Sie sei, mit Ernst Bloch, ins Gelingen verliebt.
Aber wo Hoffnung ist, sei immer auch Furcht. Wenn sie sich als Illusion erweist, wenn sie zerbricht, bleibt ein zermürbter Mensch zurück: "Heute sprießen der Hoffnung zarte Knospen, morgen blühen sie, und übermorgen kommt der Frost."
Im Neuen Testament steht Hoffnung im Spannungsverhältnis zwischen Gottvertrauen und menschlichem Zweifel. In einer Welt, die auf Projekte angewiesen ist, muss es Instanzen geben, die jedes Projekt und jede Planung relativieren und dadurch offen und flüssig halten. Gelingt das nicht, dann stirbt die Hoffnung und damit die Kraft, in der erst unsere Projekte leben.
Der Petrusbrief (Kapitel 3.15) spricht davon, alle Zeit bereit zu sein zur Verantwortung gegen jeden, der von uns Rechenschaft fordert "über die Hoffnung, die in uns ist". Der Messias Jesus gilt als derjenige, der - und das ist nur schwer zu verstehen - in der Hoffnung lebt und zugleich den Tod riskiert um dieser Hoffnung willen. Das sollte nicht vergeblich geschehen sein, glauben die Christen.